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Grußwort des Thomanerbundes bei der Abiturfeier in der Thomaskirche

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Grußwort des Thomanerbundes bei der Abiturfeier in der Thomaskirche

Lieber Herr Konrektor Müller,

lieber Herr Scobel, in Vertretung von Thomaskantor Andreas Reize,

verehrte Lehrerinnen und Lehrer der Thomasschule,

liebe Eltern,

und natürlich ganz besonders liebe Abiturientinnen und Abiturienten.

Ihnen gilt mein besonderer Gruß, denn schließlich sind Sie heute die Hauptpersonen bei dieser Feierstunde in der Thomaskirche. Soeben haben Sie die heiß ersehnten Abiturzeugnisse erhalten. Dazu möchte ich Ihnen im Namen des Thomanerbundes ganz herzlich gratulieren und Ihnen für Ihren weiteren Studien- und Lebensweg alles nur erdenkliche Gute wünschen. Für die Alumnen unter Ihnen schließt sich der Förderkreis Thomanerchor der Gratulation an. Herr Dr. Kampf, der leider verhindert ist, hat mir seine herzlichen Grüße und guten Wünsche für Sie mit auf den Weg gegeben. Mögen sich alle Ihre Hoffnungen und Ziele, die Sie mit dem heutigen Tag verbinden, weitestgehend erfüllen und mögen Sie alle Hindernisse, sollten sie sich Ihnen einmal in den Weg stellen, mit der gleichen Energie und Zielstrebigkeit überwinden, mit der Sie für den Erfolg Ihrer Abiturprüfungen gearbeitet haben.

Das Abitur – nicht ohne Grund auch als Reifeprüfung bezeichnet – beinhaltet aus meiner Sicht weit mehr als die Zertifizierung eines breit gefächerten fachlichen Leistungsspektrums. Verbunden damit ist auch ein besonderer sozialer und ethischer Anspruch. Unabhängig davon, welche Laufbahn man zukünftig einschlägt, ob wissenschaftlich, künstlerisch, ökonomisch oder politisch; man übernimmt in der jeweiligen Position nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern man trägt auch immer Verantwortung für seine Mitmenschen im weitesten Sinne des Wortes. Der große deutsch-französische Arzt, Theologe, Bachforscher und Kulturphilosoph Albert Schweitzer (1875-1965) hat das einmal in folgende Worte gekleidet:

„Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken. Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit“. 

Ich denke, das sind hochaktuelle, bittere Worte, die kaum zutreffender auch in unsere Zeit hineingesprochen sein können, in der wir erleben müssen, wie Krieg, Tod und Leid in erschreckendem Ausmaß in unserer unmittelbaren europäischen Nachbarschaft um sich greifen und wie dabei die Fundamente menschlichen Zusammenlebens, der Zivilisation und gewachsenen Kultur gewissenlos zerstört werden. Auch wenn wir uns diesem barbarischen Treiben mehr oder weniger hilflos ausgeliefert fühlen, sollten und dürfen wir dennoch nicht den Mut verlieren, uns wenigstens in unserem persönlichen Wirkungskreis nach besten Kräften für die Erhaltung der von Albert Schweitzer postulierten Werte einzusetzen. Da ist jeder einzelne von uns gefordert, besonders aber Sie, liebe Abiturienten und Abiturientinnen, die Sie am Beginn eines neuen Lebensabschnittes vor neuen Herausforderungen und Verantwortlichkeiten stehen. Sie sind die Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft und deshalb haben Sie den Mut und die Courage und tragen Sie etwas von den geistigen und menschlichen Werten, die Ihnen auf Ihrer Thomasschule vermittelt wurden, in Ihr neues Alltags-und Berufsleben hinein. Auch wenn das meist nur im Kleinen realisierbar ist, dann lassen Sie es dennoch unter den Worten von Albert Schweitzer geschehen, nämlich „dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht“. Wenn viele sich davon inspirieren lassen, kann aus dem Kleinen auch etwas Größeres entstehen, das am Ende seine Wirkung auf das persönliche und soziale Umfeld nicht verfehlen wird. An dieser Leitlinie festzuhalten, wünsche ich Ihnen am heutigen Tag von Herzen. Wohin Sie Ihr zukünftiger Weg auch führen mag, bleiben Sie Ihrer Schola Thomana in Dankbarkeit verbunden und erinnern Sie sich als nunmehr Ehemalige – denn das sind Sie ja ab heute – auch gelegentlich an Ihren Förderverein, den Thomanerbund, der Sie in Ihrer Schulzeit mit viel Empathie begleitet und nach besten Kräften unterstützt hat.

       Peter Roy

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